Willkommen im Bugwelder Shop
// //]]>

Der '63 Econoline Pick-up vom Chef Teil 101.10.2016 17:00:00

Der '63 Econoline Pick-up vom Chef

Teil 1:  Ein verhängnisvolles Telefonat und die erste Begegnung

Die Liebe zu automobilem Kulturgut und interessantem Design hat Christopher eigentlich schon immer.

Durch Bugwelder und die langjährige Beziehung zu allerlei alten, vornehmlich luftgekühlten, Volkswagen, wurden in der Vergangenheit eine Menge Projekte realisiert.

Wie das aber so ist, wird auch das schönste Lieblingsessen langweilig, wenn man es jeden Tag bekommt.

SO in etwa kann man beschreiben, warum Christopher bei täglichem Umgang mit Volkswagen im Geschäft, zunehmend weniger nach Feierabend an alten Käfern & Co schraubte.

Bei einem virtuellen Streifzug durchs weltweite Netz stolperte er irgendeines Abends über Fords Antwortversuch auf den beliebten & kompakten VW Bulli:

Den FORD Econoline in der Version Pick-Up.

 

Die Ford-E-Serie ist eine Modellreihe von Kleintransportern (engl. full-size vans) der Marke Ford, die nur in Nordamerika angeboten wurde. Ältere Versionen wurden auch als Econoline oder Club Wagon bezeichnet.

Die erste Serie wurde 1961 als Ford Econoline eingeführt und gehört in die Klasse der Compact Vans, die nach dem Vorbild damaliger europäischer Kleintransporter (VW-Bus, erster Ford Transit) konzipiert sind. Der Econoline ist als Frontlenker gestaltet und hat, wie der erste Ford Transit, den Motor im Innenraum hinter der Vorderachse. Jedoch war der Motor, amerikanischen Ansprüchen entsprechend, deutlich größer als bei damaligen europäischen Transportern. Der Econoline wurde ausschließlich von Sechszylinder-Reihenmotoren mit einem Hubraum von 2400 bis 3900 cm³ angetrieben.

Nun kann man aber nicht behaupten, dass Christopher von da an intensiv nach so einem Exemplar fandete. Vielmehr blieb es mehr bei einer stillen Schwärmerei...

...Bis zu dem Tage, an dem es dieses verhängnisvolle Telefonat mit Freund & Geschäftspartner James gab. Christopher erwähnte, warum auch immer, dass ein Econoline Pick-up seine Schrauberambitionen wieder neu entfachen könnte. James entgegnete unvorhergesehen: "Ja, dann ruf doch mal Muppet an!"

Muppet alias Paul betreibt im Süden Englands eine Werkstatt vornehmlich für VW Busse. "VW Downunder". Dort wurde seit einigen Tagen ein Wagen in interessantem Zustand angeboten.

"Warum eigentlich nicht?!?", dachte sich Christopher. Gesagt getan. Da eh eine Business-Reise auf die Insel anstand, wurde kurzerhand ein Besichtigungstermin ausgemacht und es kam zur ersten Begegnung.

Da stand er, der Pick-Up aus dem Jahr 1963. Versteckt hinterm VW Bus T2b.

Ein erster Eindruck der eigentümlichen Poportionen des Fahrzeugs waren so bereits erkennbar: Die Beifahrerseiten beider Fahrzeuge fluchten aus dieser Perspektive. Stimmt es also doch, bei den Amerikanern ist eben alles etwas grösser, selbst die "Klein"-Busse.

Der Pick-Up ist das sogenanne '63er Deluxe Modell - erkennbar an den Eckfenstern der Fahrerkabine.

In 3. Hand, wurde er erst kurz zuvor aus den USA nach Großbritanien importiert.

Bis auf einen frischen Lack stand der Wagen vollends im Originalzustand da. Genauso hatte Christopher sich das Auto vorgestellt. Originaler Lack wäre natürlich ein Traum gewesen. Man kann aber manchmal nicht alles haben. Da Muppet nicht vor Ort war, musste die Besichtigung alleine stattfinden. Der Schlüssel wurde vorab an abgesprochender Stelle aufgefunden. Das kann man Vertrauen in den Kunden nennen.

Zeit also sich den Wagen genau anzusehen.

Die eigentümlichen Propotionen mit der optisch sehr langen Ladefläche machen diesen Pick-Up so einzigartig.

Zugegeben, an dem unkonventionellen Design scheiden sich die Geister.

Entweder mag man das oder es sieht einfach nur grausam aus.

Christopher hatte sich aus dem Stand weg verliebt und setzte seine Entdeckungsreise ganz in Ruhe fort.

Der Teil "Econo" im Wort "Econoline" ist in der Tat Konzept.

Der Lastenesel ist komplett eher spartanisch konstruiert. Hier stand der grosse Nutzwert, kombiniert mit günstigem Kaufpreis, klar im Vordergrund.

Nettes Detail am Fahrzeugheck ist die Tatsache dass die Heckklappe lediglich durch zwei Kettenhaken geschlossen gehalten wird. Für "richtige" Verschlussriegel war kein Budget vorhanden.

Die Kombination aus werksmässig versprühtem "Caribbean Turquoise", roten Rücklichtern und reinweissem "FORD" Schriftzug auf der Ladeklappe kann durchaus als stimmig und begehrenswert bezeichnet werden. 

Der Innenraum präsentierte sich nahezu unangetastet und geräumig.

Das Armaturenbrett ist komplett und noch im ersten Lack mit schöner Patina zu bewundern. Die dezenten Pinstripes trägt der Wagen schon seit seiner Zeit in den Staaten. Christopher fand sofort Gefallen daran und nahm zum ersten Mal hinter dem Volant Platz.

Herrlich. DER Wagen muss es sein. Die Entscheidung stand fest.  

 

Trotz absolutem Minimalismus im Innenraum, kam durchaus eine gewisse Gemütlichkeit auf.

Die Abdeckung des Mittelmotors konnte optional ab Werk auch noch mit einem Zusatzsitz zum Aufstecken geordert werden. Platz ist in der kleinsten Hütte. Und erstrecht wenn sie sich bei näherer Betrachtung als richtig geräumig herausstellt.

Gut für unseren Chef, denn der Mann miss stattliche 2.01m Körpergrösse!

 

 

Hinter dem Lenkrad Platz genommen, kann man wunderbar den Chic der frühen sechziger Jahre erkennen.

Schnörkellos auf das Wesentliche reduziert, robust um im täglichen Arbeitseinsatz zu bestehen. ECONOmisch halt, irgendwie.

 

Der massive Hupenring präsentiert sich, zur Freude Christophers, ungebrochen und intakt.

Der Wagen hat, entgegen normaler amerikanischer Gegebenheiten, ab Werk eine 3-Gang Handschaltung : "Three on the Tree" bedeutet dass die Schaltung mittels Schaltstocks an der Lenksäule geschaltet wird. Ungewohnt aber leicht zu verinnerlichen.

Radio gibt es nicht und gottlob auch keine missglückten Versuche ein solches im Armaturenbrett unterzubringen. 

Interessant ist das Mittelmotorkonzept, umgesetzt in Form eines 6-Zylinder Reihenmotors mit 170 CUI (CubicInch) Hubraum, was ungefähr 2800ccm entspricht. Das Aggregat war, so schien es, schon länger nicht mehr umfangreich gewartet worden. Typisch US-Import halt. 

 

 

 

 

Das Anlassen des Aggregats war nach Betätigung des Choke allerdings problemlos.

Der Motor bläute nicht und lief sofort rund.

"Naja in Cuxhaven würde er eh einen grossen Service bekommen", Dachte Christopher sich und beliesses dabei.

Fazit: Es konnte bei zeiten in Verhandlungen mit Muppet gegangen werden.

Da dieser eh nicht zugegen war und der eigentliche Grund der Reise auf die Insel, nämlich der Geschäftstermin drängte, wurden die Verhandlungen auf ein späteres Telefonat vertagt.

Sollte alles glattgehen, war der Plan den Wagen am darauffolgenden Wochenende zu überführen....

Wie die Verhandlungen ausgingen, was alles auf der Überführung passierte und ob der Wagen schussendlich in Cuxhaven ankam lest ihr in den nächsten Teilen der Story über den Econoline vom Chef.

Post Comments

Kommentar hinzufügen




* Notwendige Felder